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Der Kerbetradition verpflichtet

„Also eins voraus: Wir sind kein Sauf-Club, sondern junge Nordenstadter, die Spaß daran haben, etwas gemeinsam zu unternehmen, und die die alte Kerbetradition wieder aufleben lassen wollen!“, sagt Jeanette Link (Heute Müller), Pressebeauftragte der Kerbegesellschaft „Norschter Blaubärn 1986 e.V.“ bei Ihrem Besuch in der Erbenheimer Anzeiger-Redaktion (1997). Mitgebracht hat sie zwei dicke Fotoalben und zwei gewaltige Leitz-Ordner – beide Beweisstücke für eine recht beachtliche Aktivität in und um die Norschter Kerb.
History-Vorstand-1996-97-klein.jpgSchon seit der Jahrhundertwende gab es in „Norschet“ Kerbeburschen und Kerbemädchen, die zusammen die „Norschter Kerb“ feierten, Kerbezüge organisierten und Tanzveranstaltungen besuchten. Doch nach dem Krieg, als sich Nordenstadt vom reinen Bauerndorf, in dem jeder jeden kannte, zur modernen großen Wohn-und Industriegemeinde wandelte, schlief diese Tradition ein. Die Kerb wurde von Vereinen ausgerichtet und erst in den letzten Jahren regten sich Stimmen, die die Jugend wieder mehr in das Kerbegeschehen eingegliedert sehen wollten.
Es ist ein Verdienst des Männergesangvereins Concordia, vor allem aber dessen Vorsitzenden Theo Koch, dass 1986 erstmals wieder eine Kerbegesellschaft in Nordenstadt gegründet wurde. Die Väter dieser Idee waren von der Resonanz auf eine Gründungsversammlung überrascht, hatten sich doch auf Anhieb 21 junge Nordenstadter, Jungen und Mädchen, eingefunden. Auch die Bevölkerung stand der Idee, dass die jungen Nordenstadter wiederdas Kerbebrauchtum beleben wollten, positiv gegenüber und so wurde die Kerbegesellschaft „Norschter Blaubärn 1986“ gegründet. (Wie es übrigens zu dem originellen Namen kam, das konnte uns keiner sagen.)
History-Blaubaer-1996.jpgAm 26. September wurde Andreas Grützmann zum Vorsitzenden gewählt, er ist es auch heute noch. Die jungen Leute wollten von Anfang an nicht selbst die Kerb ausrichten, sondern sie setzen auf die Zusammenarbeit mit den Vereinen, die sie mit ihren Aktivitäten unterstützen wollen.
Wer den Erbenheimer Anzeiger aufmerksam liest, der weiß, dass die Blaubärn viel für die Nordenstadter Kerb tun: Seit Wochen sind sie mit dem Traktor und Hänger im Ländchen unterwegs und werben für die Kerb in Nordenstadt. Jetzt beginnt für sie die „heiße Phase“, denn ihre Hilfe ist fest eingeplant, wenn es gilt, den Kerbebaum aus dem Wald zu holen und aufzustellen. Natürlich wirken die Blaubärn auch am Kerbeprogramm mit ihrer Playbackgruppe „Norschter Kerchtorm-Spatze“ mit. Letzteres ist übrigens einer der absoluten Renner im Kerbeprogramm.
„Allein die Proben für die Playback-Show machen eine Riesen-Gaudi“, erzählt Jeanette Link, die auch darauf hinweist, dass die Blaubärn natürlich auch beim Kerbeumzug mitwirken und auch die Beerdigung der Kerb übernehmen. Ein gewaltiges Arbeitsprogramm, das von allen Kerbeburschen und -mädchen voller Einsatz verlangt. Da wird natürlich auch etwas getrunken, aber Zeit zum „Saufen“ ist da nicht.
History-Kerbevadder-1996-97-klein.jpgAuch außerhalb der jährlichen Kerb treffen sich die Blaubärn. Nach der Jahreshauptversammlung, in der auch der Kerbevadder gewählt wird, folgen das Fußballtunier für die Ortsvereine und die große Party für die mittlerweile über 100 Mitglieder.
Vor allem die Freizeitaktivitäten sollen im kommenden Jahr verstärkt werden. Ideen gibt es schon eine ganze Menge: Ausflüge, Besuch von Veranstaltungen und vieles mehr. Damit sollen vor allem „Nachwuchskräfte“ geworben werden, die auch in Zukunft die Norschter Kerb und ihre Tradition hochhalten.